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Hotel Schlosspalais, Wernigerode
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Es war einmal

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ES WAR EINMAL..

Einst waren das Erbprinzpalais und das Schlosspalais herrschaftliche Häuser der Grafenfamilie zu Wernigerode. In dem Erbprinzenpalais nächtigte zu seinen Lebzeiten Graf Albrecht I. von Wernigerode. Bekannt ist, dass er niemals verheiratet war, aber warum, wissen nur die wenigsten.

Mathilde war eine junge hübsche Schneiderin. Von dem Graf verehrt und bewundert wegen Ihrer Kreativität und Liebe zum Detail lud er Sie regelmäßig nach Wernigerode in sein schönstes Herrenhaus ein – das Schlosspalais – mit dem traumhaftesten Blick zum Schloss, den man sich in Wernigerode nur wünschen konnte. 

Neben Ihrer Handwerkskunst der schönen Kleider und Anzüge, gefiel dem Grafen Ihre jugendliche leichte Art und das Gespür für alles Schöne auf der Welt. Er verliebte sich schon vom ersten Tag an unsterblich in Mathilde - seitdem Sie das erste Mal Wernigerode besuchte und ihm als begabte Schneiderin vorgestellt wurde.

Der Graf war schüchterner Mensch und mied die meiste Zeit die Öffentlichkeit. Niemand sollte ihn ansprechen oder schlimmer noch, ihn anfassen. Mode war ihm egal, denn meistens trug er schwarze oder dunkelgraue Kleidung.

Doch als Mathilde das erste Mal auf den Grafen traf, wusste Sie das natürlich nicht. Sofort schnappte sie sich seine Hand, zerrte ihn vor einen Spiegel und hielt ihm die ausgefallensten Farben und Muster an den Leib, um ihn aufzumuntern. Schließlich war sie als Schneidern engagiert worden und nicht, um sich mit einem niedergeschlagenen Grafen anzuschweigen.

Sie nähte die ganze Nacht hindurch und am nächsten Tag, als der Graf aufgestanden war, fand er zehn neue Gewänder vor. Alle in einer neuen Farbe und jedes mit einem besonderen Muster. Sein Herz strahlte und jeder zu Hofe fragte sich, was mit ihm nur geschehen sei, weil er alle Leute anlächelte und freundlich grüßte.

Als er Mathilde traf sprach er ihr 1000 Dank aus dafür, dass sein Herz nun lachte und als Geschenk übergab er ihr kein Geld und auch kein Vieh, sondern das schönste Herrenhaus von Wernigerode – das Schlosspalais.

Es war natürlich nicht nur die Kleidung, die er damit vergütete, nein er hatte einen größeren Plan. Wenn Mathilde in dem Schlosspalais lebte, würde er sie natürlich auch häufiger sehen. Nach und nach verlor er seine Scheu und traf sich natürlich zunächst unter Vorwand immer häufiger mit Mathilde. Als diese dann auch zu erkennen gab, dass sie sich verliebt hatte, war Albrecht überglücklich. Die Öffentlichkeit durfte dies jedoch niemals erfahren, da es sich für einen Grafen wie Albrecht nicht ziemte, eine einfache Schneiderin zu heiraten. Also heiratete er nie und traf sich immer im Geheimen mit seiner Mathilde. Nach einiger Zeit ließ er einen geheimen Gang vom Erbprinzenpalais zum Schlosspalais bauen, um noch häufiger und noch unauffälliger seine Mathilde zu treffen.

Eines Tages gab es ein so starkes Unwetter, dass der Graf angeblich, beim Versuch abermals seine Mathilde heimlich zu treffen, im geheimen Tunnel ertrank. Aber auch Mathilde ward von dem Tag an nicht mehr aufzufinden. Einige meinen, sie konnte es nicht mehr ertragen, ohne ihren Albrecht zu sein und in dem großen Haus mit den vielen Erinnerungen allein weiterzuleben. Andere meinen, dass die Verliebten durch diese List glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende an einem unbekannten Ort weiterlebten. 

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